Mitreißende Musik ließ die Hitze vergessen

Der a cappella chor unter Leitung von Miriam Ruhstorfer – am Piano Maria Hien. Foto: Anton Hetzenecker.
Der a cappella chor unter Leitung von Miriam Ruhstorfer – am Piano Maria Hien. Foto: Anton Hetzenecker.

Mitreißende Musik ließ die Hitze vergessen

Grafentraubach: Labertaler Blasorchester und a cappella chor begeistern das Publikum

Ein großartiges und abwechslungsreiches Programm haben das Labertaler Blasorchester und der a cappella chor am vergangenen Samstag im Pfarrstadel in Grafentraubach den vielen Besuchern geboten, die trotz der Hitze gekommen waren und die Sitzreihen und die Sitztribüne füllten.

Mit „Attila“, einem ungarischen Triumphmarsch von Julius Fucik, gelang dem Blasorchester gleich ein klanggewaltiger Beginn des Konzertabends. Ausdrucksstark, temporeich und gefühlvoll gestaltete sich der Vortrag, der mit einem fulminanten Finale endete. Die Polka „In schöner Erinnerung“ von Roland Kohler widmeten die Musiker ihrem im vergangenen Jahr tödlich verunglückten Freund Thomas Pfeffer. Diese Polka gehört zur sogenannten neuen Böhmischen Blasmusik. Auch hier konnten die Musiker alle Register der Blasmusik ziehen.

Auch klassische Stücke waren Teil des Konzerts

Klassisch wurde es mit dem von Siegfried Rundel für Blasorchester arrangierten „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms. Exakt folgte das Orchester dem genauen Dirigat von Josy Schulze mit den vielen Tempowechseln und Ausdrucksformen „mit Feuer“, „lebhaft“ und „mit Leidenschaft“.

Viel Applaus erhielt das Blasorchester für diesen ersten Teil seines Programms, die Bühne gehörte anschließend dem a cappella chor unter der Leitung von Miriam Ruhstorfer, die den Chor im vergangenen Jahr übernommen hatte und zum ersten Mal bei der Serenade am Pult stand. Ihr ausgewähltes Programm zeigte, wie moderne Chormusik klingen kann oder wie Evergreens in neuen Arrangements gesungen werden können. Der Auftritt begann gleich mit dem Hit der Beach Boys „Barbara Ann“ aus dem Jahr 1966. Mit Schwung und Elan animierten Chor und Solisten das Publikum zum Mitsingen. Ein rockiges Liebeslied der Münchener Freiheit „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“ aus dem Jahr 1985 sang der Chor überzeugend.

Mit einem ersten gemeinsamen Stück von Chor und Orchester zum Ende des ersten Teils des Konzertabends folgte ein weiterer musikalischer Höhepunkt: „Music“ von John Miles in einem Arrangement für Chor und Blasorchester. Der Chor sang von der Musik als der ersten und letzten Liebe, dynamisch begleitet vom Orchester. Mehr als 50 Musiker standen hier auf der Bühne, spielten, sangen und klatschten bei diesem Evergreen und wurden mit Applaus belohnt. Die Pause bot Gelegenheit zur Erfrischung und unterhaltsamen Gesprächen.

Intensive Nachwuchsarbeit und Förderung im Blick

Ein wichtiges Augenmerk liegt auf der Nachwuchsförderung, und so konnten sich die „Newcomer“ – zwölf junge Musiker, die erst seit kurzer Zeit ihr Instrument lernen – mit zwei rockigen Stücken erstmals auf der Bühne zeigen. Mit großem Beifall wurde ihre Leistung belohnt und eine Zugabe gefordert. Das Labertaler Jugendblasorchester mit seinen fast 20 Mitgliedern präsentierte mit Arrangements zu den Filmmusiken von „Star Wars“ und „How to Train Your Dragon“ einen bereits weiterentwickelten Schwierigkeitsgrad. Mit der Sternpolka bewiesen sie, dass ihnen auch das Volksmusikgenre nicht fremd ist.

Der Chor sorgte anschließend wieder für eine musikalische Abwechslung. Bei „For the Longest Time“, einer Liebesballade von Billy Joel aus dem Jahr 1983, dominierte der Tenor mit klarer Sprache den Songtext, instrumentalartig begleitet von den übrigen Gesangsstimmen. Mit „Mambo“ von Herbert Grönemeyer verstand es der Chor, den Alltagswahnsinn bei der Parkplatzsuche in einem mitreißenden und rhythmischen Arrangement musikalisch zu demonstrieren.

Einen weiteren Glanzpunkt setzte der Chor mit dem Rocksong „Africa“ aus dem Jahr 1982. Zur Einleitung imitierte der Chor mit Händereiben und Schnipsen Regen und Gewitter über Afrika. Ein gewaltiger Chorsatz folgte. „Ich segne den Regen in Afrika“, sang der Chor in besonders ausdrucksvoller Weise. Das Labertaler Blasorchester setzte mit „TV-Kultabend“ den Schlusspunkt unter das offizielle Programm. Mit einem Medley bekannter Titelmelodien wie „Schwarzwaldklinik“, „Traumschiff“ und „Derrick“ nahm das Orchester die Besucher mit in die Vergangenheit beliebter Fernsehserien.

Zum großen Finale gab es noch zwei Zugaben: Einmal spielten alle Blasmusiker zusammen auf der Bühne mit „Over in the Gloryland“, und dann zusammen mit dem Chor „The Lion Sleeps Tonight“, mit über 70 Mitwirkenden auf der Bühne.

Der Moderator dankte der Gemeinde, der Kreismusikschule und der Pfarrei für die Unterstützung, insbesondere aber auch den Eltern, die es ihren Kindern ermöglichen, ein Instrument zu erlernen. Der Schlussapplaus galt natürlich den Musikern, aber auch den beiden musikalischen Leiterinnen Josy Schulze und Miriam Ruhstorfer.

Zeitungsbericht Allgemeine Laber Zeitung am 01.07.2026
Zeitungsbericht Allgemeine Laber Zeitung am 01.07.2026

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